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Integration ukrainischer Kinder und Jugendlicher

Haben Traumata Platz im Schulalltag? 

Belastende Lebensereignisse im Klassenraum

Immer wieder geschehen belastende Ereignisse, deren Einwirkung auf betroffene Kinder und Jugendliche auch nicht vor den Schultoren Halt machen. Schulen sind ein Ort, in dem Kinder und Jugendliche viel Zeit verbringen. Sie sind ein Ort des Lernens, aber auch des Erlebens eigener Selbstwirksamkeit, des Austauschs mit Lehrer*innen, der Peergroup und des Erfahrungserwerbs. Schulen sind der Ort, in dem zu einem großen Teil das reale Leben der Schüler*innen stattfindet. Schulen bieten einen Raum, in dem die erlebten Ereignisse aus allen anderen Lebensbereichen zusammen getragen, abgeglichen, analysiert und diskutiert werden. In Schulen findet nicht nur fachliches Lehren und Lernen statt, sondern auch eine aktive Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben, in dem eine Ausgestaltung von individuellen Normen, Werten und Einstellungen geformt wird.

Zur Video-Aufzeichnung (55 Min.) des Vortrags „Haben Traumata Platz im Schulalltag?“ von Präventions- und Gesundheitspsychologin (M.Sc.) und Notfallpsychologin (BDP®) Silke von Beesten.
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Krisen gibt es immer wieder.

In jüngster Vergangenheit haben viele unterschiedliche Ereignisse dazu geführt, dass Lehrende vermehrt mit der Frage konfrontiert werden, wie mit Schüler*innen nach einem potentiell traumatischen Ereignis am besten umgegangen werden kann.
Die Amokläufe von Erfurt, Winnenden und München, der Flugzeugabsturz der Linie „German Wings“ 2015,  die Betreuung der Geflüchteten in den Jahren 2015 - 2017, das Attentat von Hanau in 2020, das Hochwasser in NRW und RLP in 2021. Alle diese Krisenlagen haben spätestens über die mediale Verbreitung den Weg über die Schüler*innen in die Schulen gefunden, sind dort diskutiert und aufbereitet worden. Sie sind wesentlicher Teil einer Meinungsbildung auf sozial-gesellschaftlicher und politischer Ebene unserer Jugend und sind so auch Teil des aktiven Schullebens.

Der Angriff auf die Ukraine leitet eine neue humanitäre Katastrophe ein.

Die aktuelle Entwicklung des Krieges gegen die Ukraine ist in der Reihe der logistisch und emotional herausfordernden Ereignissen eine weitere bedeutsame Situation. Die Ausmaße sind noch nicht absehbar – sodass Sorgen vor einer eklatanten humanitären Katastrophe in Europa ernst zu nehmen sind. Die Bevölkerung der Ukraine ist gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und sich in die Unsicherheit einer Flucht zu begeben, deren Ausgang ungewiss ist.
Diese Ungewissheit und die von Ängsten und Sorgen dominierte Situation ruft menschliche Stress- und Belastungsreaktionen hervor, die geeignet sein könnten, im weiteren Zeit-Verlauf ein Trauma zu erzeugen.

Schule als helfender Ort

Aus der Trauma-Forschung ist bekannt, dass es einige unterstützende und hilfreiche Maßnahmen gibt, die eine solche Belastung minimieren können, um eine chronifizierte Trauma-Folgestörung zu vermeiden.
Der Lernort Schule mit seinen Strukturen und festen Rahmenbedingungen stellt eine optimale Basis dar, um stabilisierend und unterstützend tätig sein zu können.
Diese Form der schulischen Interaktion ist allerdings KEIN „Business as usual“-Curriculum. Und darauf sind Lehrende üblicherweise nicht vorbereitet. Entsprechend können sich dann Hemmnisse und Unsicherheiten entwickeln, wie sie im regulären Schulalltag nicht entstehen.

Wir möchten Lehrenden helfen, Hilfe leisten zu können.

Aber was ist überhaupt ein Trauma? Wo fängt es an? Wo ist die Grenze zwischen Belastung und Trauma? Woran können Lehrende den Unterschied erkennen? Und vor allem: was können Sie tun, um belasteten Schüler*innen adäquat zu helfen? Wie lässt sich das auch noch alles mit einem straffen Lehrplan zusammen bringen?

Weiterführende Informationen

Für Eltern und Lehrkräfte im Umgang mit Kindern und Jugendlichen in Zeiten von Sorge um Bedrohung durch Krieg:
https://schulpsychologie.nrw.de/themen/krieg/index.html
Quelle: Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Für eine Vertiefung bietet sich diese Literatur an:
Healing Classrooms – Die Schule als stabilisierendes Umfeld für geflüchtete Kinder und Jugendliche
Flüchtlingskinder und jugendliche Flüchtlinge in der Schule

Hilfreiche Links:

Info-Broschüren zum Thema „Trauma“ der Unfallkasse NRW in verschiedenen Landessprachen:

"A Micro Lesson on REFRAMING stress and anxiety":

BDP-Telefon-Krisen-Hotline: 0800 - 777 22 44

Zur Bewältigung der akuten psychischen Folgen der Erlebnisse angesichts der dramatischen Ereignisse in der Ukraine hat der BDP (Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V., Am Köllnischen Park 2, 10179 Berlin) seit dem 12.03.2022 eine Krisen-Hotline aktiviert. Sie soll der akuten Unterstützung von Betroffenen und Helfenden dienen und wird in den kommenden Wochen täglich von 16 bis 20 Uhr geschaltet. Das Angebot des BDP ist für die Anrufenden anonym und kostenlos.


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